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Augentropfen richtig anwenden

Damit‘s auch gut ins Auge geht

Augentropfen richtig anwenden | Foto: pixabay.com © Ben Kerckx
Augentropfen richtig anwenden | Foto: pixabay.com © Ben Kerckx

Ob müde Augen durch zu lange Bildschirmarbeit, Bindehautentzündung oder eine andere Augenerkrankung – gegen viele Beschwerden des Sehorgans helfen Augentropfen. Vorausgesetzt, sie werden richtig angewendet. Und das ist gar nicht so leicht, wie es im ersten Moment scheint.

Das menschliche Auge ist ein wahres Meisterwerk. Es wiegt gerade mal 7,5 Gramm und hat lediglich einen Durchmesser von 24 Millimetern. Trotzdem ist dieser Winzling eines unserer wichtigsten Sinnesorgane. Doch unser Alltag kann dem Auge ziemlich zusetzen. Zugluft, zu trockenes Raumklima, langes Starren auf Computerbildschirme können es reizen. Hinzu kommen Erkrankungen oder Verletzungen. Bei der Behandlung vieler Augenleiden empfehlen Experten oft Augentropfen. „Während es für die meisten Menschen sehr einfach ist, eine Tablette zu schlucken oder eine Creme aufzutragen, gelingt es nur wenigen auf Anhieb, Augentropfen richtig anzuwenden“, weiß Heidi Günther. Deshalb empfiehlt die Apothekerin bei der Barmer GEK Patientinnen und Patienten, sich die richtige Handhabung entweder direkt beim Augenarzt oder aber auch in der Apotheke zeigen zu lassen.

Grundsätzlich gilt im Umgang mit Augentropfen: Weniger ist mehr. In der Regel ist die richtige Dosierung genau ein einziger Tropfen. Um den Tropfen richtig zu platzieren, sollten Patienten den Kopf nach hinten neigen, das Unterlid mit dem Zeigefinger leicht nach unten ziehen, den Blick nach oben richten, die Flasche nahe ans Auge führen und senkrecht in den Bindehautsack tropfen. „Das klappt besonders gut, wenn man den Blick auf einen festen Punkt an der Decke richtet, so kann man ein Blinzeln des Auges unterdrücken. Nach dem Eintropfen das Auge für etwa eine Minute geschlossen halten, zusätzlich kann man während dessen den inneren Augenwinkel leicht zudrücken, um das Abfließen über den Tränen-Nasen-Kanal zu verzögern“, so Günther.

Wenn zwei oder mehr Augentropfen angewendet werden müssen, sollten die Tropfen in einem zeitlichen Abstand von mindestens zehn Minuten eingeträufelt werden. Kontaktlinsenträger sollten die Kontaktlinsen vor der Anwendung konservierungsmittelhaltiger Augentropfen entfernen und erst nach frühestens 15 Minuten wieder einsetzen.

Lieber im Liegen statt im Stehen

Was in der Theorie so einfach klingt, kann in der Praxis ziemlich kniffelig werden. Deshalb hat die Expertin für Tropfen-Neulinge, aber auch ältere oder motorisch eingeschränkte Personen noch einen bewährten Trick parat. „Vielen fällt es leichter, die Tropfen im Liegen zu verwenden. Dazu sollte man sich flach hinlegen, die Augen schließen, das Fläschchen mit beiden Händen zum inneren Lidrand führen und einen Tropfen fallen lassen. Öffnet der Patient anschließend die Augen, verteilt sich der Tropfen automatisch. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch bei Babys und Kleinkindern.“

Keine Chance für Bakterien

Noch wichtiger als das richtige Zielen und Dosieren ist eine penible Hygiene. Gründliches Händewaschen vor der Anwendung ist eine absolute Pflicht. Um zu verhindern, dass Bakterien in die Augentropfen gelangen, sollte die Spitze des Fläschchens weder mit den Fingern noch mit dem Auge in Berührung kommen. Zu guter Letzt empfiehlt Günther: „Selbst wenn Familienmitglieder die gleichen Augentropfen anwenden, sollte jeder ein eigenes Fläschchen benutzen. Ansonsten besteht die Gefahr einer Bakterienübertragung.“

Tipp zur richtigen Aufbewahrung

Augentropfen sollten in der Regel nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, das sie in der Kälte zähflüssig und dann nur schlecht in das Auge getröpfelt werden können. Der Kältereiz ist zudem sehr unangenehm für das Auge. Besser ist es, das Fläschchen vor der Anwendung ein wenig anzuwärmen, beispielsweise in der Hosentasche. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Augentropfen mit dem Wirkstoff Latanoprost, die zur Senkung eines erhöhten Augeninnendrucks verordnet werden, müssen bis zum Anbruch im Kühlschrank (zwischen 2 und 8 Grad Celsius) gelagert werden.

Quelle: BARMER GEK

 


 

Dipl.-Ing. (FH) Pia Haun | 
Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Holzschutz | IHK Trier
 


Dieser Beitrag wurde von Pia Haun eingestellt.
Die beratende Diplom-Ingenieurin (FH) für Bauwesen ist von der IHK Trier
öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Holzschutz
und schreibt als Fachredakteurin für den BLiCKpunkt-Medienverbund.

 

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