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Autofahren im Alter – auch mit Alzheimer?

Autofahren im Alter – auch mit Alzheimer? - Foto: © DFV
Autofahren im Alter – auch mit Alzheimer? - Foto: © DFV

In Deutschland leben gegenwärtig 1,5 Millionen Demenzkranke. Durch die steigende Lebenserwartung und die Zunahme der Zahl älterer Menschen steigt die Anzahl der Erkrankten kontinuierlich an. Zwei Drittel von ihnen haben bereits das 80. Lebensjahr vollendet, nur etwa 20.000 sind jünger als 65. Die über 60-Jährigen sind heute fitter als früher, und erkranken daher auch immer später an einer Demenz.

Zahl der betagten Autofahrer steigt stark an

Da die Senioren heutzutage länger fit sind, steigt auch die Anzahl der betagten Autofahrer in Deutschland. Rund fünf Millionen der Autofahrer sind über 75 Jahre alt. Fakt ist: Das Unfallrisiko steigt im Alter deutlich an und ist bei den über 75-jährigen Autofahrern doppelt so hoch wie das der Altersgruppe der 30 bis 60-Jährigen. Insbesondere die Reaktionsschnelle und die Verkehrsbeobachtung können im Alter nachlassen – wie zum Beispiel die Aufmerksamkeit beim Lesen der Verkehrsschilder. Viele Verkehrsexperten fordern deshalb einen speziellen „Führerschein-Test“ für Senioren.

Fahrverbot bei schwerer Altersdemenz

Ein Führerschein bedeutet Unabhängigkeit und Mobilität und deshalb ist es verständlich, dass viele Senioren so lange wie möglich ihr Fahrzeug selber steuern möchten. Doch was ist zum Beispiel mit Demenzerkrankten? Sind Menschen mit leichten Anzeichen von Demenz generell fahruntüchtig, weil ihnen zunehmend die Orientierung fehlt und sie unter Umständen eine Gefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmer darstellen? Eine schwer zu beantwortende Frage. Bei schwerer Altersdemenz, so regelt es die Fahrerlaubnis-Verordnung, gilt zwar ein eindeutiges Fahrverbot – aber bei leichter Demenz darf durchaus noch gefahren werden.

Auf Leben ohne Auto vorbereiten

Die meisten Demenzkranken sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Einer Krankheit, die oftmals schleichend eintritt und von den Betroffenen und Angehörigen nicht immer sofort erkannt wird. Doch selbst wenn die Krankheit erkannt wurde: Wer sollte die Fahrtüchtigkeit in Frage stellen? Das Fahren im Alter ist oftmals ein Tabuthema, das Ärzte genauso wie Familienangehörige nur schwer ansprechen können. Deshalb ist es wichtig, Demenzkranke schon kurz nach der Diagnose auf ein eventuelles Leben ohne Auto vorzubereiten. Gemeinsam mit dem Patienten sollten Alternativen durchgesprochen werden, auf welchem Wege zum Beispiel die alten Freunde besucht werden können oder wie der Einkauf auch ohne Auto organisiert werden kann.

Finanzielle Unabhängigkeit im Pflegefall

Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist eine finanzielle Unabhängigkeit auch im Demenz- und Pflegefall notwendig. Deshalb sollte natürlich auch rechtzeitig an die Altersvorsorge gedacht werden. Ein wichtiger Baustein ist eine private Pflegezusatzversicherung – als Ergänzung zu den staatlichen Pflegeleistungen. So kann später auch besser ein Fahr- und Einkaufsdienst organisiert werden und zudem die hohen Pflegekosten besser aufgefangen werden.

Quelle: DFV Deutsche Familienversicherung AG

 

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Detlef Klemme 
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Pia Haun
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 15 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


 

 

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