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Herbst-Winter-Depression

Trüben Tagen die Stirn bieten

Herbst-Winter-Depression - Die wichtigste Gegenmaßnahme ist Tageslicht | Foto: pixabay.com  © Gerd Altmann
Herbst-Winter-Depression - Die wichtigste Gegenmaßnahme ist Tageslicht | Foto: pixabay.com © Gerd Altmann

Ein Blick aus dem Fenster und der Tag ist "gelaufen": Das morgendliche Aufstehen fällt schwer, der Impuls, sich zu Hause zu verkriechen, ist groß und die Laune im Keller. Vielen Menschen schlägt das trübe und nasse Wetter auf das Gemüt – der Herbst- oder Winterblues ist da.

Nebel, Regenschauer und knappe vier Grad, das ist das typische Novemberwetter in Deutschland. Bei diesem Grau-in-Grau leiden viele Menschen an einem gesteigerten Schlafbedürfnis, einer gedrückten Stimmung und haben ein erhöhtes Verlangen nach Süßigkeiten. "Die kürzer werdenden und dunklen Tage nehmen Einfluss auf unsere Stimmung, viele Menschen fühlen sich antriebslos und müde", so Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der Barmer GEK. Grund für dieses Stimmungstief ist vor allem der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel. Kürzere Tage und insgesamt weniger Tageslicht führen zu einem erhöhten Melatonin-Spiegel, der unseren Schlafrhythmus steuert und müde macht. Gleichzeitig wird die Produktion des Glückshormons Serotonin verringert. Zum Frühjahr hin, wenn die Tage wieder länger werden und die Sonne sich öfter blicken lässt, verschwindet dieses seelische Tief meist spontan wieder.

Tageslicht und Bewegung helfen

Wer das jahreszeitlich bedingte Stimmungstief gut überstehen möchte, sollte sich viel im Freien aufhalten. "Die wichtigste Gegenmaßnahme ist Tageslicht, auch bei schlechtem Wetter. Ein grauer Novembertag ist immer noch heller als das künstliche Licht in den eigenen, wenn auch gemütlichen und warmen vier Wänden", weiß Jakob-Pannier. Tägliche Spaziergänge an der frischen Luft bringen zudem den Kreislauf in Schwung. Auch Sport ist eine wahre Wunderwaffe, denn er sorgt für eine erhöhte Ausschüttung stimmungsaufhellender Hormone. Fahrradfahren oder Laufen eignen sich besonders. Der vermehrten Lust auf Süßes kann man mit einem bunten Obstteller ganz gut entgegenwirken. Insgesamt gilt: Nicht übermäßig viel essen, nur weil die kalte Jahreszeit so trist ist. Die Zusatzpfunde rächen sich spätestens im Frühjahr.

Auch die innere Einstellung nimmt großen Einfluss auf das Wohlbefinden, denn trübe Gedanken machen den Herbstblues nur noch schlimmer. "Wer sich täglich über das Wetter beschwert, kommt schwerer aus der Lethargie heraus. Sinnvoller ist es, das Beste aus dem Tag zu machen, Pläne zu schmieden und aktiv zu werden", rät Jakob-Pannier. Auch fröhliche und belebende Gelb-Orange-Rot-Töne können die trostlosen Gedanken vertreiben: Bunte Kissen, Tischdecken und Co. bringen Farbe ins ungemütliche Grau und heben unbewusst die Stimmung. Musik beeinflusst die Psyche ebenfalls: "Es spricht also nichts dagegen, sein Lieblingslied im Radio auch mal aufzudrehen und lauthals mitzusingen", lacht Jakob-Pannier.

Wenn alles nichts hilft, gilt: mit dem Arzt sprechen. Dieser nimmt eine grundlegende Diagnostik vor, um eine eventuell schwerwiegende Depression auszuschließen, und berät über weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Quelle: BARMER GEK

 


 

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 15 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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