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Leben mit Herzinsuffizienz – Das Ziel ist Normalität

Foto: © Darko Stojanovic | pixabay.com
Foto: © Darko Stojanovic | pixabay.com

Auch Menschen mit einer Herzinsuffizienz können ein zufriedenes Leben führen. Wer seine Körperwahrnehmung schult und lernt, die Signale seines Körpers zu erkennen, hat damit schon einen wichtigen Schritt in ein Leben ohne nennenswerte Einschränkungen getan.

Auf die Ernährung achten

Herzinsuffizienz-Patienten müssen keine spezifische Diät halten. Vielmehr geht es darum, einen Speiseplan aufzustellen, der wenig Fleisch, aber viel Obst, Gemüse und Fisch enthält, Oliven- oder Rapsöl statt tierische Fetten und jede Menge Vollkornprodukte. Da Salz Wasser im Körper bindet, was eine größere Flüssigkeitsmenge im Kreislauf und damit eine höhere Herzbelastung bedeuten würde, sollte auf stark gesalzene Lebensmittel wie Schinken oder Salzgebäck besser verzichtet werden. Aus demselben Grund ist die tägliche Flüssigkeitsaufnahme auch besser auf weniger als zwei Liter zu beschränken.

Das Körpergewicht kontrollieren

Für Patienten, die zu Wasseransammlungen im Körper (Ödemen) neigen, ist eine tägliche, immer zur gleichen Tageszeit und unter gleichen Bedingungen erfolgende Gewichtskontrolle extrem wichtig. Nimmt der Patient plötzlich schnell an Gewicht zu, ist das immer ein Hinweis auf eine sich verschlechternde Herzfunktion – in diesem Fall müssen sofort medikamentöse Maßnahmen ergriffen werden. Zusätzlich zum Gewicht sollten auch Blutdruck, Puls und Temperatur kontrolliert werden.

Reisen – warum nicht?

Menschen, die unter einer nur leichten Herzinsuffizienz leiden, können in der Regel ohne besondere Einschränkungen unterwegs sei – bei Reisen in schwül-warme Regionen sollte die individuelle Arzneitherapie allerdings angepasst werden. Das gilt auch für Aufenthalte in Höhen von mehr als 1.500 Metern. Für das Fliegen – der Sauerstoffgehalt liegt an Bord eines Flugzeuges auf dem gleichen Niveau wie in 2.500 Metern Höhe und damit deutlich niedriger als gewohnt – gilt eine einfache Regel: Wer ohne Atemnot zwei Stockwerke emporsteigen kann, ist normalerweise flugtauglich. Besteht allerdings schon im Ruhezustand Atemnot, sollte von Flugreisen abgesehen werden.

Nahezu immer gut: Sport

Regelmäßige sportliche Aktivität tut auch Patienten mit einer Herzinsuffizienz gut und wirkt sich überaus positiv auf das Lebensgefühl aus. Im Vorfeld sollten mit ärztlicher Unterstützung allerdings unbedingt die Grenzen der persönlichen Belastbarkeit ermittelt und in diesen dann trainiert werden. Eine begleitende ärztliche Therapie zielt immer auf die Verminderung von Risikofaktoren aller Art ab. So muss beispielsweise ein zu hoher Blutdruck auf möglichst optimale Werte gesenkt werden. Prof. Dr. Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universitätsklinik Würzburg, setzt zusätzlich große Hoffnung in eine Behandlungsoption für die chronische Herzinsuffizienz, mit der nach Analyse einer wegweisenden Studie vermutlich jedem vierten Betroffenen geholfen werden kann.


 

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 10 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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