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Plötzlich pflegebedürftig - Wie die AOK ihre Versicherten unterstützt

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Pflegebedürftige sind auf Hilfe angewiesen. Foto: AOK-Mediendienst
Pflegebedürftige sind auf Hilfe angewiesen. Foto: AOK-Mediendienst

(ams). Manchmal kommt es sehr plötzlich, manchmal zeichnet es sich schon einige Zeit ab: Ein Mensch ist im täglichen Leben auf Hilfe angewiesen. Dann gilt es, vieles zu entscheiden: Kann der Angehörige zu Hause gepflegt werden? Wer kann die Pflege übernehmen? Welche Unterstützung gibt es? „Bei Fragen können sich Versicherte von Fachleuten der AOK beraten lassen“, sagt Christian Hassel, Pflegeexperte im AOK-Bundesverband.

Wer einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellen will oder bereits Leistungen erhält, hat Anspruch auf Pflegeberatung. Für die AOK sind bundesweit etwa 670 Pflegeberaterinnen und Pflegeberater im Einsatz. Sie informieren Versicherte umfassend über Leistungen der Pflegeversicherung und geben Tipps zur Antragstellung. Außerdem helfen sie ihnen, die Betreuung zu organisieren - sei es am Telefon, in einem persönlichen Gespräch bei der AOK oder bei einem Hausbesuch. Zusätzlich können sich Versicherte an Beratungsfachkräfte in den AOK-Geschäftsstellen vor Ort wenden.

Als pflegebedürftig gelten Menschen, die im Alltag wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung voraussichtlich mindestens sechs Monate lang auf Hilfe angewiesen ist. Je nachdem, wie viel Unterstützung sie bei der Körperpflege, Ernährung, Mobilität und im Haushalt brauchen, werden sie einer Pflegestufe zugeordnet.

AOK | Die soziale Pflegeversicherung

"Um Leistungen bei der Pflegeversicherung zu beantragen, genügt zunächst ein formloser Antrag", informiert AOK-Pflegeexperte Hassel. Der Pflegebedürftige oder ein Bevollmächtigter sollte ihn bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige in den vergangenen zehn Jahren mindestens zwei Jahre in der sozialen Pflegeversicherung versichert war.

Ob ein Versicherter pflegebedürftig ist und wie viel Pflege er benötigt, stellt ein Gutachter, zum Beispiel des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), fest. Dazu vereinbart der MDK mit dem Pflegebedürftigen oder seinem Betreuer einen Termin. Es ist sinnvoll, dass beim Hausbesuch des MDK-Gutachters pflegende Angehörige dabei sind. "Bereiten Sie den Besuch gut vor", empfiehlt AOK-Pflegeexperte Hassel. So sollten alle aktuellen Arzt- und Krankenhausberichte sowie verordnete Medikamente bereit liegen. Kümmert sich bereits ein Pflegedienst um den Pflegebedürftigen, sollte eine Pflegedokumentation vorliegen.

Pflegetagebuch ist sinnvoll

"Führen Sie außerdem ein Pflegetagebuch", rät Hassel. Es ist sinnvoll, mindestens sieben Tage lang festzuhalten, wobei der Pflegebedürftige Hilfe braucht und wie lange die einzelnen Tätigkeiten dauern. Dazu gehören beispielsweise Unterstützung beim Waschen, Duschen, Zähneputzen sowie beim Essen, Trinken, Aufstehen und Verlassen der Wohnung. Auch den Zeitaufwand für Arbeiten, die im Haushalt anfallen, sollten Angehörige notieren, etwa beim Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäsche waschen. Eine Vorlage für ein Pflegetagebuch können Versicherte im Pflegeportal der AOK kostenfrei herunterladen.

Neben dem Hilfebedarf des Versicherten prüft der MDK-Gutachter auch, ob bauliche Veränderungen in der Wohnung sinnvoll sind. Im Anschluss an den Hausbesuch verfasst er ein Gutachten. Auf der Grundlage dieses Gutachtens informiert die Pflegekasse den Versicherten, ob und welcher Pflegestufe er zugeordnet ist und wie hoch die Pflegeleistungen ausfallen. "Das Gutachten des MDK können Sie sich übrigens zuschicken lassen", sagt Hassel.

Leistungen hängen von der Pflegestufe ab

Information Weitere Informationen
 zum Thema:


AOK Pflegeportal
mit Infos über Leistungen der Pflegeversicherung und Tipps für den Pflegealltag. Dort finden Sie Antworten auf Fragen nach Pflegegeld und Pflegestufe, Hilfsmitteln, Haushaltshilfe und Betreuungsleistungen bei Demenz.

AOK Ratgeberforum Pflege
Dort können Sie Fragen zum Thema Pflege und Pflegeversicherung stellen und in Dialog mit den AOK- Pflegeberatern und anderen Usern treten

AOK Gesundheitsnavigator
Sie finden dort alle wichtigen Informationen zum Thema Gesundheit und die richtigen Adressen bei der Suche nach einem passenden Arzt, einem geeignetes Krankenhaus, einer qualifizierten Pflegeeinrichtung oder einem Pflegedienst in Ihrer Nähe.

Die meisten Pflegebedürftigen möchten so lange wie möglich in ihren vertrauten vier Wänden bleiben. Daher fördert die Pflegeversicherung vor allem die häusliche Pflege. Die Leistungen hängen von der ermittelten Pflegestufe ab. Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, können sich zwischen Pflegegeld, Pflegesachleistung oder einer Kombination beider Leistungen entscheiden. Für pflegebedürftige altersverwirrte, demenzkranke, geistig behinderte oder psychisch kranke Menschen, die verstärkt beaufsichtigt werden müssen, können zusätzliche Betreuungsleistungen beantragt werden. Wenn Pflegende Zeiten überbrücken müssen, weil sie berufstätig sind, können sie den Pflegebedürftigen in einer Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege versorgen lassen. Außerdem gibt es weitere Leistungen wie Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege.

Die Pflegekasse der AOK beteiligt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch an Kosten für den Umbau der Wohnung, in der gepflegt wird und übernimmt einen Teil der Kosten für Hilfsmittel, die die häusliche Pflege erleichtern. Einen Überblick über Leistungen der Pflegeversicherung gibt es im Pflegeportal der AOK.

Pflegekurse der AOK

Einen Menschen zu pflegen, ist eine Herausforderung. Damit sich pflegende Angehörige das nötige Rüstzeug dafür aneignen können, bietet ihnen die AOK Pflegekurse an. Darin vermitteln ausgebildete Pflegekräfte ihnen Kenntnisse und Fertigkeiten, die die Pflege und Betreuung zu Hause erleichtern können. Bei Bedarf kommen Pflegekräfte auch zur Beratung nach Hause.

Quelle: AOK-Bundesverband

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Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger


Dieser Beitrag wurde von
Detlef Klemme eingestellt. Der Paderborner Journalist
und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort
seit über 10 Jahren die Fachredaktion im Medienverbund.
Im Januar 2012 wählten ihn die Mitglieder des Verein
Pflegeliga e.V. zum
geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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