zurück zu Aktuelles (Startseite)

Wenn die Enkelkinder in die Schule kommen

Früher gab es hinsichtlich der Schulranzen nicht so viel zu beachten: Es stand nur der lederne Tornister zur Verfügung. Heute ist das alles so viel komplizierter ...
Früher gab es hinsichtlich der Schulranzen nicht so viel zu beachten: Es stand nur der lederne Tornister zur Verfügung. Heute ist das alles so viel komplizierter ...

Es trifft einen fast so unvorbereitet wie bei den eigenen Kindern: Eben hat man noch Windeln gewechselt, beim Laufen assistiert und Bälle vorsichtig über den Boden zugerollt - und schon kommt der Einschulungsbescheid.

Kinder werden unglaublich schnell groß!

Früher gab es hinsichtlich der Schule nicht so viel zu beachten: Es stand meist nur eine einzige zur Verfügung, Feierlichkeiten gab es selten, und es gab nur lederne Tornister.

Heute ist das alles so viel komplizierter ...

Die Wahl der Schule: Privat oder öffentlich?

Grundschulen befinden sich heute in öffentlicher oder sogenannter freier Trägerschaft.
Sie können kirchlich geführt sein oder überkonfessionell, können mehrsprachige Erziehung anbieten oder einem besonderen pädagogischen Konzept folgen. Die bekanntesten Sonderwege sind die Rudolf Steiner Schulen (Waldorfpädagogik, die bis zum Abitur führen), Montessori Schulen und die bilingualen Schulen. Letztere unterrichten nicht nur eine Fremdsprache als Fach, sondern unterrichten einzelne Fächer von Anfang in eben dieser Fremdsprache, was dann Immersion genannt wird. Die Kinder, so die Theorie, lernen die zweite Sprache nicht nur schneller und umfassender in einem solchen Umfeld, sondern haben auch insgesamt bessere Fachkenntnisse. Die Mehrsprachigkeit im schulischen oder akademischen Umfeld soll der Lernleistung insgesamt zugute kommen.

Ob eine Schule kostenpflichtig ist oder nicht, hängt letzten Endes von der Trägerschaft ab: Die öffentlichen und viele der kirchlich getragenen Schulen sind kostenfrei, während Grundschulen in privater Trägerschaft oder mit internationaler Ausrichtung recht teuer sein können.

Die Einschulungsfeier: Initiation in die Gemeinschaft der Großen

Eine Schultüte gehört natürlich auch zur Einschulung - das hat sich nicht geändert.
Eine Schultüte gehört natürlich auch zur Einschulung - das hat sich nicht geändert.

Früher prägten die religiösen Feste das Leben. Erstkommunion oder Konfirmation und die Firmung markierten wichtige Abschnitte im Leben junger Menschen. Da die Religion heutzutage nicht mehr so wichtig genommen wird, sind die Feierlichkeiten profaner geworden.

Die Einschulung wird nicht selten als erstes großes Fest ausgerichtet, die Kinder feiern normalerweise mit den Verwandten und den Freunden der Familie. Es ist üblich, dass die Feierlichkeiten in der Schule nur von der Kernfamilie und eventuell den Paten besucht wird, der Rest der Gesellschaft stößt erst danach (üblicherweise zum Mittagessen im Restaurant) dazu.

Den feierlichen Rahmen erhält der Tag nicht zuletzt durch die festliche Garderobe von Schulkind und Gästen. Die Kleidung darf gerne etwas erwachsener aussehen, bei Mädchen ist außerdem der Haarschmuck wichtig. Und die Schultüte gehört natürlich auch dazu - das hat sich nicht geändert.

Sie ist nach wie vor ein Zeichen für all die großen Hoffnungen und guten Wünsche, die mit dem Schuleintritt verbunden sind. Normalerweise sind die Schultüten zwischen 70 und 90 cm groß. Ob man die selbst bastelt, von Freunden oder Paten überreichen lässt oder vielleicht fertig kauft, ist Geschmacksache. Bastelanleitungen und ganze Bastelsets gibt es im Schreibwarenhandel und im Internet.

Hinein gehören all die Kleinigkeiten, die Kinder in der Schule benötigen: Von Brotdose über Sportkleidung bis hin zu Wasserfarbkasten und Mäppchen für die Busfahrkarte darf alles hinein. Süßigkeiten und Spielsachen sollten nur einen kleinen Teil der Füllung ausmachen. Heutzutage ist es üblich, dass auch Geschwister eine (ca. 15 bis 30 cm große) Schultüte mit einer kleinen Aufmerksamkeit bekommen.

Das Wichtigste: Der Schulranzen

Heute sind Schulranzen leuchtend bunt, damit sie im Straßenverkehr auch bei Dämmerung und Regen gut gesehen werden.
Heute sind Schulranzen leuchtend bunt, damit sie im Straßenverkehr auch bei Dämmerung und Regen gut gesehen werden.

Häufig wird der Schulranzen von den Großeltern gestellt. Längst aus der Mode gekommen sind die ledernen Tornister, die früher die Schülerrücken zierten. Heute sind Schulranzen leuchtend bunt, damit sie im Straßenverkehr auch bei Dämmerung und Regen gut gesehen werden. Sie bestehen aus High-Tech Materialien, die erstens leicht und zweitens formstabil und wasserabweisend sind. Sie haben unglaublich viele Gurte und Schnallen, damit die Kinder das Gewicht der Taschen gut auf Rücken, Schultern und Hüften verteilen können. Und natürlich haben sie eine ausgeklügelte Fächereinteilung, damit alles an seinem Platz ist und bei einer eventuell auslaufenden Trinkflasche auf keinen Fall die Bücher unter Wasser gesetzt werden.

Auch hier ist es schlicht eine Glaubensfrage, für welchen Ranzen man sich entscheidet. Die meisten Modelle reichen den Anforderungen aus. Wer besonders viel Wert auf Rückenfreundlichkeit oder gesundheitlich unbedenkliche Materialien legt, sollte die entsprechenden Tests der Stiftungen Warentest und Ökotest lesen. Eine gute Einführung in das Thema bietet zum Beispiel dieser Leitfaden. Ganz wichtig ist außerdem, dass dem zukünftigen Schulkind der Schulranzen optisch gefällt und nicht zu kompliziert ist, schließlich wird er zum treuen neuen Begleiter für viele Jahre.

Fotos: piyabay.com


 

Detlef Klemme 
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Pia Haun
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 15 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


 

 

zurück zu Aktuelles (Startseite)