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Demente Eltern - was tun?

„45 Min“ fragt: wohin mit den verwirrten Alten?

Jeden Morgen vor der Arbeit fährt Dörte zu ihren Eltern, um die Mutter bei der Betreuung ihres dementen Mannes zu unterstützen. Foto: © NDR
Jeden Morgen vor der Arbeit fährt Dörte zu ihren Eltern, um die Mutter bei der Betreuung ihres dementen Mannes zu unterstützen. Foto: © NDR

Fernsehtipp: NDR Fernsehen
07. September 2015 um 22:00 Uhr

NDR-Autor Burkhard Plemper hat untersucht, welche Probleme der Alltag im Heim mit sich bringt und welche Alternativen es gibt. In Hessen ist er auf das Projekt SOwieDAheim gestoßen, das Angehörigen preiswert und leicht zugänglich Zeit zum Durchatmen vom Alltag bietet.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums etwa 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz, von denen zwei Drittel zu Hause leben. Betreut werden sie von Angehörigen und Pflegediensten. Bis zum Jahr 2050 könnte sich die Zahl der an Demenz Erkrankten allerdings auf drei Millionen verdoppeln.

Kurze Verschnaufpause für Anne (rechts), die ihre demente Mutter bei sich zu Hause in der Familie aufgenommen hat. Die Situation fordert Tochter und Mutter. Foto: © NDR
Kurze Verschnaufpause für Anne (rechts), die ihre demente Mutter bei sich zu Hause in der Familie aufgenommen hat. Die Situation fordert Tochter und Mutter. Foto: © NDR

Was ist, wenn den pflegenden Angehörigen die Schwierigkeiten über den Kopf wachsen, wenn Mutter, Vater oder Partner sie nicht mehr erkennen, nachts keine Ruhe finden und ständig durch die Wohnung laufen? „Ich kann mir nicht vorstellen, meinen Mann ins Heim zu geben“, betont Dörtes Mutter. Das Pflegeheim ist für viele eine Horrorvorstellung.

Zweimal in der Woche beherbergt eine Frau in ihrer privaten Wohnung Menschen aus der Nachbarschaft, die dement sind. Sie kümmert sich um ihre drei bis sechs Gäste, bekocht sie und singt mit ihnen. So knüpft sie an alten Gewohnheiten und Rituale der vergesslichen und verwirrten alten Menschen an und entlastet gleichzeitig für ein paar Stunden deren Angehörige.

Mittagessen in einer Wohngruppe im „De Hogeweyk“ bei Amsterdam. In dem weltweit beachteten Modellprojekt leben 150 Menschen mit Demenz wie in einem Dorf... Foto: © NDR
Mittagessen in einer Wohngruppe im „De Hogeweyk“ bei Amsterdam. In dem weltweit beachteten Modellprojekt leben 150 Menschen mit Demenz wie in einem Dorf... Foto: © NDR

In den Niederlanden gibt es ein weltweit aufsehenerregendes Projekt: Dort leben 150 Menschen mit Demenz wie in einem kleinen Dorf zusammen, gut versorgt mit eigenem Supermarkt, Theater und Konzertsaal, aber abgeschottet von der Außenwelt.

Als Alternative erscheint eine quirlige Wohngemeinschaft in Hamburg-St. Georg. In dieser leben an Demenz Erkrankte, unterstützt von ihren Pflegekräften, zusammen und bewältigen so ihren Alltag mitten im Viertel. Wer kann, geht mit einkaufen und hilft im Haushalt.

Die „45 Min“-Dokumentation will aufzeigen, wie es gelingen kann, pflegende Angehörige zu entlasten, Menschen mit Demenz ein gutes Leben zu ermöglichen und sie nicht vor der Welt zu verstecken.

Quelle: NDR Fernsehen


 

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 15 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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