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Das richtige Koi-Futter

So bleiben die Tiere gesund und schön

Koi-Karpfen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, Mustern und Farbzusammenstellungen. | Foto:  FLH
Koi-Karpfen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, Mustern und Farbzusammenstellungen. | Foto: FLH

Rot, Schwarz, Weiß, Silber - Koi-Karpfen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, Mustern und Farbzusammenstellungen. In Asien werden die Tiere schon seit über zweitausend Jahren gezüchtet. Anfang des 19. Jahrhunderts begannen die Japaner, sie so zu kreuzen, dass ihre kräftigen Farbmuster klar umrissen und ihre Körper wuchtig und ebenförmig sind. Für besonders schöne Tiere, die eine Länge von bis zu 100 Zentimeter erreichen können, werden seitdem Höchstpreise gezahlt.

Auch in Deutschland haben die Kois mittlerweile zahlreiche Fans und sind die Stars in vielen Gartenteichen. Es sind sehr gesellige Tiere, die stets die Nähe von Artgenossen suchen und deshalb immer in einer Gruppe gehalten werden sollten. Auch zum Menschen können »Kois ein besonderes Verhältnis aufbauen. Bereits nach einer kurzen Eingewöhnungsphase erkennen viele der Fische, die übrigens ein stolzes Alter von 30 bis 50 Jahren erreichen können, ihre Versorger und schwimmen zum Ufer wenn sie sich nähern. Manche Tiere fressen den Besitzern sogar aus der Hand, Fremden begegnen Kois hingegen zunächst mit Zurückhaltung.
 

Bei steigender Wassertemperatur nimmt die Aktivität der Fische zu. Nun benötigen sie Futter, das mehr protein- und fetthaltige Zutaten enthält. | Foto:  FLH
Bei steigender Wassertemperatur nimmt die Aktivität der Fische zu. Nun benötigen sie Futter, das mehr protein- und fetthaltige Zutaten enthält. | Foto: FLH

Will man Kois zu gesunden und schönen Tieren heranziehen, muss vor allem die Nährstoffversorgung stimmen. Dies scheint auf den ersten Blick einfach zu sein, da Kois sogenannte Gemischtköstler sind und sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung annehmen.
Viele Teichbesitzer bieten ihnen daher gelegentlich auch Obst und Gemüse, Brot oder Lebendfutter wie Würmer oder Schnecken an. Solche Experimente sollte man tunlichst vermeiden.
„Gut versorgt sind die Tiere mit Koi-Spezialfutter aus dem Fachhandel", erläutert Ulli Gerlach von der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH).

„Es bietet den Karpfenfischen nicht nur eine ausgeglichene Nährstoffbalance, bei richtiger Dosierung belastet es das Wasser auch nicht."

Das richtige Futter zu jeder Jahreszeit

Bei der Koi-Fütterung gilt es einige wichtige Punkte zu beachten: Welches Futter gewählt und wie viel davon angeboten wird, hängt stark von der Jahreszeit ab. Die wechselwarmen Tiere fahren bei niedrigen Wassertemperaturen im Winter ihren Stoffwechsel herunter, verhalten sich inaktiv und nehmen keine Nahrung auf. Erst, wenn das Wasser im Frühjahr sieben bis zehn Grad Celsius erreicht hat, sollte langsam wieder mit dem Anfüttern begonnen werden. „Leicht verdauliches Sinkfutter mit einem hohen Kohlenhydratanteil ist jetzt ideal", so Gerlach. „Es hat eine hohe Energiedichte, fördert die Fresslust und stärkt das Immunsystem. Außerdem können es die Tiere ohne große Anstrengungen am Bodengrund des Teiches aufnehmen." Bei steigender Wassertemperatur nimmt die Aktivität der Fische zu. Nun benötigen sie Futter, das mehr protein- und fetthaltige Zutaten enthält. Verwendet man Schwimmfutter, müssen die Fische zum Fressen an die Wasseroberfläche kommen und können bei der Nahrungsaufnahme gut beobachtet werden.

Will man Kois zu gesunden und schönen Tieren heranziehen, muss vor allem die Nährstoffversorgung stimmen.  | Foto:  FLH
Will man Kois zu gesunden und schönen Tieren heranziehen, muss vor allem die Nährstoffversorgung stimmen. | Foto: FLH

Um die richtige Futtermenge zu bestimmen, ist etwas Sachkenntnis, Erfahrung und Fingerspitzengefühl notwendig. Wichtig ist es, eine Überfütterung zu vermeiden. Gerlach: „Es ist ein Irrtum, Kois würden durch viel Futter schneller wachsen. Bei einem Überangebot werden sie eher fettleibig, unförmig oder manchmal sogar krank." Während der warmen Jahreszeit sollten Kois täglich etwa ein bis zwei Prozent ihres Körpergewichtes an Nahrung aufnehmen. Der Futterbedarf ergibt sich also indem man anhand des Gesamtgewichtes aller Fische die richtige Menge festlegt und diese durch die Anzahl der Fütterungen pro Tag teilt. In der Praxis ist dies jedoch nicht so einfach. Denn im Verhältnis zu ihrem eigenen Körpergewicht fressen kleine Kois mehr als große. Auch ist es bei den Kleinen normal, dass sie schneller fressen. Das erschwert es, die richtige Futtermenge in einem Teich bereitzustellen, in dem verschiedene Tiere zusammen gehalten werden. Durch genaue Beobachtung bekommen Teichbesitzer aber mit der Zeit ein gutes Gefühl dafür, wie viel Futter ihre Tiere benötigen.

Viele kleine Mahlzeiten

Das handelsübliche Koi-Futter gibt es als Pellets und in unterschiedlichen Größen: Für ausgewachsene Tiere haben die Körnchen einen Durchmesser von acht bis 15 Millimeter, für Jungfische sind sie unter zwei Millimeter groß und für frisch geschlüpfte Tiere ist ein feines Puder erhältlich. Neben Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten enthält das Futter auch Mineralien und Vitamine. Beide sind wichtig für einen gesunden Stoffwechsel der Fische. Mineralien können die Tiere zwar auch aus dem Wasser aufnehmen, in den kontinuierlich gefilterten Gartenteichen sind sie allerdings oft nicht ausreichend vorhanden. Viele Hersteller reichern das Futter außerdem mit Komponenten an, die die Farben der Fische brillant strahlen lassen. Futtersorten mit einem hohen Karotinanteil intensivieren beispielsweise das Rot.

Auch in Deutschland haben Kois mittlerweile zahlreiche Fans und sind die Stars in vielen Teichen.  | Foto:  FLH
Auch in Deutschland haben Kois mittlerweile zahlreiche Fans und sind die Stars in vielen Teichen. | Foto: FLH

„Da Kois keinen Magen besitzen, können sie nicht so viel auf einmal fressen. Es ist daher vorteilhaft, öfter kleine Mengen anzubieten", erklärt der FLH-Experte.
„Als Faustregel gilt: Kleine Kois sollten Portionen erhalten, die sie in fünf Minuten schaffen, mittelgroße und große Tiere sollten etwa 15 bis 20 Minuten mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sein."
Die Wassertemperatur bestimmt, wie häufig gefüttert werden sollte: Der Temperaturbereich, in dem das Verdauungssystem der Kois am aktivsten und damit der Appetit am größten ist, liegt zwischen 20 bis 25 Grad Celsius.

Dann benötigen sie zwei bis dreimal am Tag Nahrung. Ganz wichtig: Bei steigender Nahrungsaufnahme wächst auch der Sauerstoffbedarf der Fische. Deswegen ist auf eine optimale Sauerstoffzufuhr zu achten. Wird es kälter sinkt ihre Verdauungskapazität und das Nahrungsangebot muss reduziert werden.

Quelle: Grünes Presseportal

Quelle: Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren e.V. (FLH)



 

Detlef Klemme 
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Pia Haun
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Trierer Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter
der BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über
15 Jahren die Fachredaktion im Medienverbund.


 

 

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