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Wir sehen uns später!

100 Perspektiven zum Leben im Alter

Dr. Norbert Blüm, Peter Balz, MD Dieter Hackler, Donata Freifrau von Schenck zu Schweinsberg (stehend), Leserbriefautorinnen Waltraud Cott und Annelies Konwiarz (sitzend) - Foto: Initiative Hausnotruf
Dr. Norbert Blüm, Peter Balz, MD Dieter Hackler, Donata Freifrau von Schenck zu Schweinsberg (stehend), Leserbriefautorinnen Waltraud Cott und Annelies Konwiarz (sitzend) - Foto: Initiative Hausnotruf

Wer dieses Buch liest, erkennt: Es gibt kein langweiliges Leben. Es bleibt ein großes Abenteuer bis ins hohe Alter, sagte Dr. Norbert Blüm, Bundesminister a. D.

„Das Alter“ gibt es nicht! Es ist so unterschiedlich wie das Leben selbst. Die Initiative Hausnotruf suchte den Dialog mit der Bevölkerung, um jenseits aller Statistiken einen Eindruck zu bekommen, welche Vorstellungen Menschen vom Leben im Alter haben. Dr. Norbert Blüm, Bundesminister a. D. für Arbeit und Sozialordnung, übernahm die Aufgabe, Menschen in einem bundesweiten Medienaufruf zu fragen: „Wie möchten Sie alt werden?“ Von den vielen eingesendeten Briefen wurden 100 dieser individuellen Positionen zum Alter ausgewählt und zu einem Buch gebunden. Zwei Autorinnen kamen auch zur Pressekonferenz und bestätigten den Eindruck, dass „das Altern“ höchst individuell ist.

„Durch den Wegfall der Großfamilie leben viele alte Menschen heute allein“, sagt die Gastgeberin der Konferenz, die Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), zum Auftakt. „Das DRK ist bemüht, der Einsamkeit der Älteren vorzubeugen, indem Altenheime nicht mehr auf der grünen Wiese, sondern in der Stadt gebaut werden, wo Austausch, Kontakt und Aufgaben warten. Zum Beispiel als Großelternersatz, der in vielen Familien nötig ist“.
„Den Alltag alleine erledigen macht fit,“ führt Freifrau von Schenck zu Schweinsberg fort, „und trotzdem brauchen Menschen manchmal Hilfe. Diese Hilfe bietet Ihnen der Hausnotruf.“

„Immer sprechen wir von Defiziten, wenn wir vom Alter sprechen“, sagte Peter Balz, Geschäftsführer der Initiative Hausnotruf. „Das Lesen dieser Briefe aber macht deutlich, dass das Leben im Alter keine grundsätzlich bemitleidenswerte Situation ist“. Politik und Gesellschaft müssen Menschen aller Generationen stark für das individuelle Altern machen und gleichzeitig technisch flexible Hilfsangebote machen. Dafür sind drei Faktoren von Bedeutung, die der Hausnotruf alle erfüllt“, erläutert Peter Balz, „Flexibilität, geringe Kosten und die Einbeziehung von Nachbarn, Verwandten und Freunden.“

Cover: Wir sehen uns später - 100 Perspektiven zum Leben im Alter
Cover: Wir sehen uns später - 100 Perspektiven zum Leben im Alter

„Wer dieses Buch liest, erkennt: Es gibt kein langweiliges Leben. Es bleibt ein großes Abenteuer“, sagte Dr. Norbert Blüm, Bundesminister a. D. für Arbeit und Sozialordnung. Er erklärt, dass es der Generation seines Großvaters noch gereicht hat, in den letzten Jahren des Lebens den Dackel ums Carrè zu führen.

Meiner Generation genügt das nicht!“,
sagte der engagierte Ex-Bundesminister.
 

„Viele Alte wollen gar nicht in Ruhe gelassen werden. Es reicht Ihnen eben nicht, auf der Parkbank zu sitzen und auf den Tod zu warten.“ Dabei gibt es laut Blüm zwei unterschiedliche Arten der Hilflosigkeit im Alter: Die einen wollen helfen, werden aber nicht mehr gefragt, und die anderen brauchen Hilfe.

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  Wir sehen uns später!

Armutsfalle Einsamkeit: „Das hat nichts mit oben und unten zu tun“, sagt der Bundesminister a. D. für Arbeit und Sozialordnung. „Einsamkeit im Alter ist wie Einzelhaft und verhindert alle Freude.“

Das Thema, das alle Briefe vereint, ist die Angst der Menschen davor, im Notfall allein zu sein. „Der Hausnotruf kann hier ganz konkret ansetzen und Menschen, die allein sind, im Notfall helfen“, sagt Dr. Norbert Blüm.

Dr. Norbert Blüm übergab das Buch „Wir sehen uns später!“ an Dieter Hackler, Leiter der Abteilung 3 „Ältere Menschen“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Er zeigte sich begeistert: „Dies ist eine einmalige Sammlung, die uns zeigt, dass Regierung und Gesellschaft sich auf differenzierte Altersbilder einstellen müssen,“ so Hackler.

Er erklärt, dass ein heute geborenes Mädchen rein rechnerisch 104 Jahre alt wird und dass Politik und Gesellschaft das Alter bejahen lernen müssen. „25 Mio. Menschen werden über 65 Jahre alt sein, 2,2 Mio. davon Pflegefälle. Alle anderen werden ein facettenreiches Leben im Alter leben wollen und wir müssen die Perspektiven dafür schaffen,“ erklärt Hackler. Er fährt fort: „Diese Menschen bieten eine große Ressource für das Land, wenn alle mit Freude alt werden. Freude haben Menschen aber nur dann, wenn sie keine Angst haben. Diese Angst kann ihnen der Hausnotruf nehmen, dann entwickeln sie auch Perspektiven.“

Vorgeschichte zur Initiative Hausnotruf
Quelle: Initiative Hausnotruf Erstmals verbinden sich Deutsche Wohlfahrtsverbände, Hilfsorganisationen und Anbieter von Hausnotrufgeräten zur Initiative Hausnotruf. Die Initiative verfolgt das Ziel, Politik und Gesellschaft über Möglichkeiten und Grenzen des individuellen Alterns mit Hilfe von Hausnotrufsystemen aufzuklären. Mehr Infos sind unter www.initiative-hausnotruf.de zu finden.


Siehe auch unter Hausnotruf


 

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 15 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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