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Der Wald ist immer auch Leben

Expertentipp: Vorsorgen mit einer Ruhestätte in der Natur

Ob kleine und ruhige Zeremonien oder große Feiern - bei einer Beisetzung in einem Bestattungswald ist vieles möglich, das auf einem Friedhof nicht erlaubt wäre. Foto: djd | FriedWald
Ob kleine und ruhige Zeremonien oder große Feiern - bei einer Beisetzung in einem Bestattungswald ist vieles möglich, das auf einem Friedhof nicht erlaubt wäre. Foto: djd | FriedWald

Im Wald spazieren gehen und zugleich das Grab eines Verwandten oder Freundes besuchen: Das ist in einem Bestattungswald möglich. Petra Bach, Inhaberin des Unternehmens FriedWald, erläutert die Idee einer Beisetzung in der Natur:

Was ist ein Bestattungswald?

Petra Bach: „In einem Bestattungswald können sich Menschen in Urnen an Bäumen bestatten lassen. Es ist eine andere Art des Beisetzungsplatzes. Alle Zeremonien können durchgeführt werden, wie man es gewohnt ist - aber in einem besonderen Umfeld. Man findet in freier Natur seine letzte Ruhestätte, in einem Wald, der immer auch Leben bedeutet. Dabei handelt es sich um typische deutsche Mischwälder, die als Bestattungsfläche umgewidmet wurden. Wir haben derzeit 50 solcher Standorte in Deutschland.”

Wie finde ich den "richtigen" Baum für mich?

Petra Bach: „Das geschieht meist bei einer der kostenfreien Waldführungen. Diese finden an jedem Standort mindestens alle zwei Wochen statt. Dann geht ein geschulter Förster mit Interessenten durch den Wald, erklärt das Konzept und erzählt Wissenswertes über den Wald. Für die Auswahl eines konkreten Baums kann extra ein Termin mit dem Förster vereinbart werden.”

Gibt es unterschiedliche Arten von Gräbern?

Petra Bach: „Ja, wir unterscheiden etwa zwischen Familien- und Freundschaftsbäumen oder Gemeinschaftsbäumen. Das sind Angebote für mehrere Menschen, die sich an einem Baum beisetzen lassen wollen. Um diese Bäume herum gibt es zehn Plätze. Bei einem Familien- oder Freundschaftsbaum werden diese an Menschen vergeben, die sich einander verbunden fühlen. An einem Gemeinschaftsbaum wird das Nutzungsrecht für die zehn Plätze jeweils einzeln vergeben.”

Was zahle ich dafür?

Petra Bach: „Für das Nutzungsrecht an einem Baum zahlt man einen Einmalbeitrag - etwa 3.350 Euro für einen Platz an einem Familienbaum. Dieser Betrag wird fällig, wenn ich den Vertrag abschließe. Danach habe ich für die Dauer von 99 Jahren, über die das Grab gesichert ist, keine Zahlung mehr zu leisten. So befreie ich Angehörige und meine Familie davon, dass sie irgendwann Grab- oder Grabpflegekosten für mich übernehmen müssen.”

Individuell bestatten lassen

Bei einer Beisetzung im Wald ist vieles erlaubt, was auf einem Friedhof nicht möglich wäre. "Es gibt Bestattungen, die sind klein und ruhig. Andere werden groß gefeiert, als Picknick oder stilles Gedenken an den Verstorbenen", erläutert Petra Bach, Geschäftsführerin von FriedWald.

Quelle: Quelle: djd | Deutsche Journalisten DiensteJeder kann sich für die Zeremonie entscheiden, die ihm gefällt. Ein paar Dinge gilt es dabei zu beachten: Offenes Feuer beispielsweise ist nicht erwünscht und Blumen sollten wieder mitgenommen werden, da sie im Wald meist nicht natürlich wachsen. Mehr Informationen gibt es unter www.friedwald.de.


 

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 15 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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