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Informationen rund um die Sterbegeldversicherung

Ein Interview mit Versicherungsexperte Lars Weiland:

Foto: © Lars Weiland | Sterbegeldversicherung.info
Foto: © Lars Weiland | Sterbegeldversicherung.info

Mit einem Todesfall sind nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Belastungen verbunden. Denn die Kosten rund um die Bestattung können erheblich sein – und fallen auf die Hinterbliebenen zurück, wenn der Verstorbene nicht selbst vorgesorgt hat. Vor allem für Menschen mit eher überschaubaren finanziellen Mitteln ist deshalb eine Sterbegeldversicherung eine Überlegung wert. 

Im Interview erklärt uns der unabhängige Versicherungsexperte Lars Weiland vom Vergleichsportal sterbegeldversicherung.info, was es mit dieser Art der Versicherung auf sich hat.
 

BLiCKpunkt: Herr Weiland, wofür wird eine Sterbegeldversicherung benötigt?

Lars Weiland: Eine Sterbegeldversicherung kommt für die Kosten auf, die im Rahmen einer Bestattung entstehen. Das umfasst sowohl den finanziellen Aufwand für den Sarg, die Grabstelle und den Steinmetz wie auch die Kosten für die Friedhofsgebühren und die Ausrichtung der Trauerfeier. Die Höhe der Versicherungssumme, die beim Ableben des Versicherungsnehmers ausgezahlt werden soll, kann beim Abschluss der Police individuell festgelegt werden.

BLiCKpunkt: Welche Höhe können derartige Kosten für eine Bestattung denn erreichen?

Lars Weiland: Das kann individuell natürlich sehr unterschiedlich sein. Bei der günstigsten Basisbestattung ist alles in allem mit mindestens 2.000 Euro zu rechnen. Je nach Art der Grabstelle, des Sarges, des Grabsteins, der Inschrift und dem Umfang der Trauerfeier sind jedoch auch Bestattungen mit Gesamtkosten von mehr als 10.000 Euro keine Seltenheit. Im Durchschnitt kostet eine adäquate Beerdigung aber um die 4.000 Euro. Idealerweise sollte man sich deshalb bereits vor dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung zumindest grob mit den Kosten auseinandersetzen, die bei einer Bestattung nach den persönlichen Wünschen anfallen werden. Dann lässt sich diese Summe absichern – und die Angehörigen bleiben zumindest vor einer finanziellen Zusatzbelastung im Todesfall verschont.

BLiCKpunkt: Ist eine Gesundheitsprüfung vor dem Versicherungsabschluss notwendig?

Lars Weiland: Viele Sterbegeld-Tarife setzen eine solche Gesundheitsprüfung voraus. Es gibt jedoch auch Policen, die sich ohne die Beantwortung von Gesundheitsfragen abschließen lassen. Allzu kurzfristig darf man eine Sterbegeldversicherung allerdings nicht angehen: Die meisten Verträge – vor allem jene ohne Gesundheitsprüfung - beinhalten nämlich eine sogenannte Wartezeit. Erst nach deren Ablauf, von meistens drei Jahren, steht die Versicherung mit der vollen Versicherungssumme ein.

BLiCKpunkt: Lässt sich eine Sterbegeldversicherung auch im hohen Alter noch abschließen?

Lars Weiland: Das maximale Eintrittsalter ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Allerdings werden die monatlichen Beiträge umso höher, je älter der Versicherungsnehmer beim Versicherungsabschluss ist. Die meisten Policen sind übrigens so angelegt, dass bis zum Alter von maximal 85 Jahren eingezahlt wird – anschließend läuft der Versicherungsschutz beitragsfrei weiter. Einige Tarife ermöglichen es sogar, sich die Versicherungssumme zu Lebzeiten auszahlen zu lassen, wenn man das Alter von 85 Jahren erreicht.

BLiCKpunkt: Was muss beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung generell beachtet werden?

Lars Weiland: Neben den Faktoren Gesundheitsprüfung und Wartezeit sollte auch auf den Punkt Überschussbeteiligung geachtet werden. Denn viele Versicherungen beteiligen ihre Versicherten an einer solchen Überschussbeteiligung – das heißt, dem Versicherten wird ein Teil des Gewinns gutgeschrieben, den die Versicherungsgesellschaft durch das Anlegen seiner Beiträge in Kapitalanlagen erwirtschaftet. 

BLiCKpunkt: Welche Alternativen sehen Sie zu einer solchen Versicherung als Vorsorge?

Lars Weiland: Eine Sterbegeldversicherung ist generell vor allem für Menschen empfehlenswert, die nur über geringe Eigenmittel verfügen. Wer jedoch genügend Eigenmittel besitzt um eine würdige Bestattungszeremonie zu finanzieren, für den ist eine solche Versicherung unnötig.

Als weitere Alternative zur Sterbegeldversicherung wird oft die Risikolebensversicherung genannt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass für die Beantragung einer Risikolebensversicherung umfangreiche Gesundheitsfragen zu beantworten sind. Zudem ist sie eher geeignet um ein Hohes finanzielles Risiko für einen zuvor determinierten Zeitraum abzusichern, wie bspw. die Finanzierung von Eigentum.

Um für die Bestattungskosten bei der eigenen Beerdigung vorzusorgen, setzen viele Menschen auf eine Sterbegeldversicherung. Das lohnt sich jedoch nur in bestimmten Fällen. Beim Abschluss einer solchen Versicherung sollte besonders auf Faktoren wie Gesundheitsprüfung, Wartezeit und Überschussbeteiligung geachtet werden. 

BLiCKpunkt: Vielen Dank für das informative Gespräch, Herr Weiland.


 

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren | Klemme & von Treskow GbR 
Foto: © Kirsten Hötger
 

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt.
Der Paderborner Journalist und Buchautor ist Mitgesellschafter der
BLiCKpunkt Senioren GbR und leitet dort seit über 10 Jahren die
Fachredaktion im Medienverbund. Im Januar 2012 wählten ihn die
Mitglieder des Verein Pflegeliga e.V. zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden.


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