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Generation Großschrift |
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Ältere Menschen haben Probleme mit Kleingedrucktem Foto: DAK/Schläger |
Ältere Menschen haben Probleme mit Kleingedrucktem
Muss ich die Tablette vor oder nach dem Essen nehmen? Was steht auf der Zutatenliste des Gurkenglases? Und wie bekomme ich diese Packung auf? Das herauszufinden, ist für ältere Menschen nicht immer ganz einfach.
Laut einer Studie der DAK und des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel kritisiert jeder Zweite über 65 die zu kleine Schrift in Büchern, Zeitschriften und Magazinen. Jeder Dritte gibt an, dass im Fernsehen zu schnell und zu undeutlich gesprochen werde. Häufig monierten die befragten Senioren, dass Packungen und Gläser schwer zu öffnen seien.
„Der demografische Umbruch steht bevor, die Gesellschaft ist aber hierauf noch nicht vorbereitet“, sagt Gesundheits-System-Forscher Prof. Fritz Beske, selbst 86 Jahre alt. Er rechnet vor, dass bereits im Jahr 2020 die Gruppe der 50- bis 85-Jährigen zahlenmäßig größer sein werde als die der 15- bis 49-Jährigen. „Allein um Kunden nicht zu verlieren, wird es tiefgreifende Veränderungen in Handel und Medien geben müssen“, erklärt Beske.
Besonders problematisch seien nicht lesbare Packungsbeilagen von Arzneimitteln. „Das kann gesundheitliche Folgen haben“, betont Beske. „Viele fühlen sich durch die Informationsfülle in winziger Schrift verunsichert und lesen den Beipackzettel deshalb gar nicht. Er dient aber der Sicherheit des Patienten.“ Da aus haftungsrechtlichen Gründen der Umfang nicht begrenzt werden könne, schlägt Beske eine zusätzliche Orientierung für ältere Patienten vor. Hersteller von Arzneimitteln müssen ihre Beipackzettel einem sogenannten Lesbarkeitstest unterziehen. „Obwohl das Arzneimittelgesetz das seit vier Jahren vorsieht, besteht hier noch viel Verbesserungsbedarf“, sagt DAK-Chef Prof. Dr. Herbert Rebscher.
Mehr als 27 Prozent der älteren Menschen vermissen der Studie zufolge bei Broschüren die Möglichkeit der persönlichen Nachfrage. Dies deckt sich mit den Erfahrungen der DAK: Der persönliche Kontakt zum kompetenten Ansprechpartner ist vor allem bei älteren Menschen gefragt. |
Quelle:
Detlef Klemme Chefredakteur im BLiCKpunkt Medienverbund |
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