zurück zu Pflege & Reha

Barrierefreiheit

Hindernisse des Alltags

Hindernisse des Alltags<br>Foto: schneiderlein2808 / pixelio.de
Hindernisse des AlltagsFoto: schneiderlein2808 / pixelio.de

Wenn man fit auf seinen eigenen zwei Beinen unterwegs ist, merkt man wahrscheinlich bewusst gar nicht, was für ein Hindernislauf das Leben sein kann. Mühelos überspringt man Stufen und Kanten, über Bodenunebenheiten oder kleine Türleisten macht man einfach einen unmerklich größeren Schritt, man schlängelt sich an Hindernissen vorbei und drückt sich durch schmale Durchlässe. Für manch einen ist das aber nicht so einfach und wie beschwerlich das Fortkommen sein kann, wenn man auch nur geringfügig in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, merken die Meisten erst, wenn sie einmal durch eine Verletzung oder einen Unfall in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.

Testlauf zur Barrierefreiheit

In öffentlichen Einrichtungen ist es schon Pflicht, dass alle Zugänge barrierefrei gestaltet sind. Hochstehende Leisten in Türdurchlässen werden mit einer Abdeckung überrollbar gemacht, alle Aufgänge sind entweder mit Rampen oder bei längeren Treppen mit einem Plattformlift versehen, zur Überbrückung mehrerer Stockwerke muss es einen Aufzug geben. Lange Gänge sind mit Geländern ausgestattet und die Türen lassen sich automatisch öffnen und schließen. So ist es ganz gemäß des Grundgesetzes jedem Menschen unabhängig von individuellen Einschränkungen möglich, in jeden Raum und an jede Stelle des Gebäudes zu gelangen. Wie aber sieht es mit der Barrierefreiheit in anderen Gebäuden aus?

Verbesserungen – Tendenz steigend

Ist man selber Gebäudebesitzer oder Betreiber einer Einrichtung oder eines Geschäfts empfiehlt sich der Selbsttest mit einem geliehenen Rollstuhl oder Krücken. Sind die Durchgänge breit genug? Gibt es Hindernisse am Boden, die ein Durchrollen unmöglich machen. Sind Treppenstufen durch eine Rampe überwindbar oder gibt es als Alternative einen Aufzug? Sind Treppen mit Geländern versehen, so dass sich Menschen die schlechter zu Fuß sind daran abstützen können. Nur so kann man einen gleichberechtigten Zugang für alle Kunden garantieren.

Zum Glück sind die Bedingungen für ältere oder behinderte Menschen in den letzten Jahren enorm verbessert worden. Ob Rathaus oder Bahnsteig, Aufzüge sind Standard; es gibt Niederflurbusse mit Rampen und auch die Bahn unterhält auf vielen Bahnsteigen Hublifte, die dem Passagier im Rollstuhl in den Zug helfen. Eine zunehmende alternde Bevölkerung hat dazu geführt, dass die Interessen dieser Personengruppen präsenter ist und das kommt letztlich allen zugute, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Vielerorts ist man natürliche dennoch auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen, um alle Hindernisse zu überwinden. Aber das gilt für behinderte und nicht behinderte Menschen gleichermaßen. Deswegen dürfen barrierefreie Einrichtungen und Zugänge niemals als Ersatz dafür angesehen werden, den eventuell hilfebedürftigen Mitmenschen beizustehen. Nur dann lässt sich der Alltag für Alle gut meistern und niemand bleibt wegen ein paar Stufen, fehlender Gehwegbreite oder ähnlichem auf der Strecke.

Quelle: wv


Detlef Klemme | BLiCKpunkt Senioren GbR | Foto: © Kirsten Hötger

Dieser Beitrag wurde von Detlef Klemme eingestellt. Der Paderborner Journalist und Buchautor leitet seit über 10 Jahren die Fachredaktion im BLiCKpunkt Medienverbund. Außerdem führt er seit 2012 den Verein Pflegeliga e.V. als geschäftsführender Vorstandsvorsitzender.

Detlef Klemme
BLiCKpunkt Senioren GbR | Klemme & von Treskow


webnews facebook twitter Google+ Pflegeliga BLiCKpunkt | Die Stimme der Senioren aok

zurück zu Pflege & Reha