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Senioren am Steuer: eine Gefahr?

Neue Studien erbrachten überraschende Ergebnisse

Zu komplizierte Assistenzsysteme helfen Senioren hinter dem Steuer nur begrenzt. - Foto: dmd/DVR
Zu komplizierte Assistenzsysteme helfen Senioren hinter dem Steuer nur begrenzt. - Foto: dmd/DVR

(dmd). Die Gesellschaft altert. Und die Autofahrer altern mit ihr mit. Laut einer Studie der Hochschule Berlin können diverse Assistenzsysteme dieser Altersgruppe sehr wohl helfen, um sicherer Auto zu fahren. Oft hält die komplizierte Handhabung der Helfer die Fahrer jedoch von der Anwendung ab. Nichtsdestotrotz schneiden die älteren Fahrer im Vergleich mit den Jüngsten gar nicht so schlecht ab – und es gibt Methoden, die Schwächen zu bekämpfen.

Während 72.000 Verkehrsunfälle von jungen Fahrern bis 24 verursacht wurden (2011), gingen im gleichen Zeitraum nur 16.000 auf das Konto über 75-Jähriger. Trotzdem Grund genug für Dr. Sebastian Poschadel von der Gesellschaft für betriebliche Zukunftsgestaltungen, die Senioren am liebsten noch einmal zur Fahrschule zu schicken. Denn nach den Erkenntnissen der TU Dortmund lässt sich das Leistungsniveau älterer Fahrer durch gezieltes Training deutlich verbessern. Von medizinischen Untersuchungen hält Poschadel dagegen wenig, zumal Tests bestätigten, dass Personen mit schlechten Ergebnissen nicht auch zwingend schlecht Auto fahren.

In einer unter seiner Leitung durchgeführten Studie konnte die Fahrkompetenz von über 70jährigen Probanden mittels eines 15-stündigen Trainingsprogramms auf das Level untrainierter 40 bis 50-Jähriger gebracht werden. Und um die Schwächen älterer Autofahrer gezielt zu bekämpfen, wählten die Wissenschaftler eine Strecke mit Schwerpunkten, an denen sich Unfälle älterer Verkehrsteilnehmer häufen. Im Gegensatz zu den jungen Unglücksfahrern, bei denen meist Alkohol- und Drogenkonsum oder überhöhte Geschwindigkeit zum Crash führen, kommen die Betagten mit komplexen Kreuzungssituationen weniger klar oder verursachen Zusammenstöße durch Auffahren. Moderne Assistenzsysteme können hier helfen. Autonome Bremssysteme beispielsweise sind gut geeignet, um Crashs in städtischen Gefilden zu verhindern und haben den Vorteil, dass keine Bedienfehler passieren können. Darin liegt nämlich die Crux aufwendiger Technik, wie Dr. Klaus Rompe erklärt.

Der für die Nonprofit-Organisation FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH (Entwicklung von HU-Kriterien) tätige Ingenieur hat verschiedene Assistenzsysteme auf ihr Unfall-Vermeidungspotenzial gerade im Zusammenhang mit älteren Verkehrsteilnehmern untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass viele Vorrichtungen einen nur begrenzten Nutzen für diese Zielgruppe haben. Sobald komplexe Bedienvorgänge nötig werden, wird die Handhabe vor allem für wenig computeraffine Anwender zu kompliziert – und zu denen gehört die derzeitig ältere Generation noch tendenziell.

Auch fallen Systeme aus dem Raster, die vorwiegend auf den Autobahnbetrieb ausgerichtet sind oder nachts zum Einsatz kommen wie der Abstandstempomat respektive intelligente Lichtfunktionen. Psychologe Fastenmeier weiß, dass die Alten äußerst verantwortungsvoll handeln und ihre eigenen Fähigkeiten recht gut einschätzen können. Wer im Dunkeln schlecht sieht, lässt das Auto abends einfach stehen, und die Autobahn gehört häufig nicht zu ihrem Aktionsfeld, zumal sie auch mit zunehmendem Lebensalter weniger fahren. Wenn die Kilometerleistung indes unter 3.000 pro Jahr sinkt, wird es gefährlich. Denn dann gesellt sich zu den schwächeren Fertigkeiten auch noch der Praxismangel. Und den gilt es auf jeden Fall zu vermeiden.

Quelle: djd | dmd/DVR

 

 


Detlef Klemme | BLiCKpunkt Senioren GbR | Foto: © Kirsten Hötger

Dieser Beitrag wurde von Angela von Treskow eingestellt.
Die Diplom-Betriebswirtin ist Mitgesellschafterin der BLiCKpunkt Senioren GbR und gehört der
Fachredaktion im Medienverbund an.

Angela von Treskow
BLiCKpunkt Senioren GbR | Klemme & von Treskow

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